Ihr Ansprechpartner

Stadtwerke Kundenzentrum WilhelmGalerie

Tel.
0331 - 661 30 00
Fax
0331 - 661 30 03
Mail
kundenservice@ewp-potsdam.de

Entwicklung auf dem Energiemarkt

Steigende Kosten für den Einkauf von Strom und Erdgas

Entwicklung auf dem Energiemarkt sorgt für Preiserhöhungen

Nicht jede Entwicklung nimmt den Verlauf, den man gerne hätte. Das trifft leider auch auf den Energiemarkt zu. Die Einkaufspreise für Strom und Erdgas haben sich stark verteuert:

  • Die Strompreise an den Energiebörsen sind um 50 Prozent gestiegen.
  • Die Preise für CO2-Zertifikate haben sich verdreifacht.
  • Die Erdgaspreise haben sich um 50 Prozent erhöht.

Durch unsere vorausschauende Beschaffungsstrategie ist es uns jedoch gelungen, die Steigerungen deutlich abzumildern.

Wir möchten Ihnen die einzelnen Entwicklungen im Folgenden transparent darstellen.

Wie setzen sich die Strom- und Gaspreise zusammen?

Die Strom- und Gaspreise bestehen aus drei wesentlichen Komponenten: den Kosten für Beschaffung und Vertrieb, den Netzentgelten (reguliert durch die Bundesnetzagentur) und den staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen. Damit können wir als Energielieferant nur die erste dieser drei Komponenten direkt beeinflussen.

Die staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen für Strom in Deutschland sind im Vergleich zum europäischen Ausland besonders hoch. Für Strom zum Beispiel stieg dieser Anteil seit der Liberalisierung des Energiemarktes im Jahr 1998 um fast 300 Prozent.

Von 2018 auf 2019 sind die Steuern, Abgaben und Umlagen nach langer Zeit erstmals gesunken. Zwar stieg die Offshore-Netzumlage an (um +0,379 auf 0,416 Cent/kWh), jedoch reduzierte sich die EEG-Umlage (um -0,387 auf 6,405 Cent/kWh). In Summe macht dies eine Reduzierung von 0,144 Cent/kWh aus.

Heute betragen sie rund 54 Prozent des Strompreises. Weitere 19 Prozent sind für die Netzentgelte fällig. 27 Prozent machen die Kosten für Beschaffung und Vertrieb aus.

Die Netzentgelte im Strombereich bleiben stabil. Im Gasnetz steigen die Entgelte leicht um 0,038 Cent/kWh an.

Im Gasbereich gibt es weniger staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen. Hier schlagen die Erdgassteuer, die Konzessionsabgabe und die Mehrwertsteuer zu Buche.

Strom- und Gaspreiszusammensetzung
Zusammensetzung der Strom- und Erdgasarbeitspreise

Weil wir Ökostrom noch nicht in ausreichendem Maße selbst produzieren können, kaufen wir welchen über Börsen dazu. Unser „EWP Ström“ wird zu 100 Prozent aus Wasserkraft produziert. Und da sind wir bei einem anderen Punkt: der lang anhaltende, sehr heiße und trockene Sommer in diesem Jahr sorgte für Wasserknappheit. Die Börsenpreise für Ökostrom und Ökostromzertifikate haben sich im letzten Jahr fast vervierfacht.

Eine andere Anzahl Kunden hat seit Jahren einen Vertrag für die Produkte „EWP PotsdamStrom“ abgeschlossen. Diesen Strom produzieren wir vor Ort in unserem Heizkraftwerk aus Erdgas. Er ist atom- und kohlestromfrei. Da unser Kraftwerk zuerst Fernwärme produziert und der Strom dabei ausgekoppelt wird, muss in den Sommermonaten ein Teil des Stroms zugekauft werden.

In den vergangenen 12 Monaten ist der Einkaufspreis am Großhandelsmarkt über 50 Prozent gestiegen. Grund dafür ist die Verteuerung der für die Stromgewinnung eingesetzten Brennstoffe Kohle und Erdgas. Aufgrund des Jahrhundertsommers konnte Kohle nicht mehr mit Schiffen transportiert werden. Selbst Atomkraftwerken fehlte das Kühlwasser. Deshalb musste Strom verstärkt aus Erdgas produziert werden. Weltweit hat die Nachfrage nach diesen Rohstoffen zugenommen und sich dadurch ihr Preis verteuert.

Diese Veränderungen betreffen den gesamten Strommarkt, nicht nur die EWP. Bei ihrem Stromeinkauf verfolgt die EWP eine vorausschauende Einkaufsstrategie. Bedenkt man, dass in diesem Jahr allein die Strompreise an der Leipziger Börse um 2 Cent/kWh gestiegen sind, so steht die EWP mit einer Steigerung zwischen 0,52 – 0,86 Cent/kWh noch ganz gut ab.

Wenn ein Unternehmen in Deutschland und der EU Strom oder Fernwärme in einem Gas- oder Kohlekraftwerk erzeugt, stößt es Kohlendioxid (CO2) aus. Für dieses CO2 müssen Emissionsberechtigungen erworben werden – die sogenannten CO2-Zertifikate. Ein gekauftes CO2-Zertifikat berechtigt zum Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid. Die Preise für CO2-Zertifikate haben sich schnell verdreifacht.

Zu den wesentlichen Ursachen des CO2-Preis-Anstiegs gehört die Reform des europäischen CO2-Zertifikatehandels. Die Menge an CO2-Zertifikaten sinkt jedes Jahr um einen bestimm-ten Prozentsatz. Mit der Reform wird die Menge zukünftig Jahr für Jahr schneller reduziert als bislang. Diese beschleunigte Verknappung an CO2-Emissionsberechtigungen führt bereits jetzt zu höheren Preisen.

Künftig werden nicht genutzte CO2-Zertifikate zudem gelöscht. Die bisherige Regelung sah vor, ungenutzte Zertifikate nur vorübergehend aus dem System zu nehmen und sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder in den Handel zu geben. Mit der Löschung ist ebenfalls eine preissteigernde Verknappung des Angebots an CO2-Zertifikaten verbunden.

Preisentwicklung der Zertifikate

Lange Zeit fielen die Gaspreise. Die EWP hat ihre Gaspreise zum 01. Januar 2018 noch gesenkt. Diese Zeit ist jetzt vorbei. Wegen der gestiegenen Nachfrage nach dem Brennstoff Gas ziehen auch die Preise an den Terminbörsen wieder an. Grund war auch hier nicht zuletzt der Jahrhundertsommer, der dazu führte, dass die Stromerzeugung aus Kohle aufgrund fehlender Transportmöglichkeiten und Uran aufgrund fehlenden Kühlwassers nicht voll gefahren werden konnte.

Aktuell liegen die Großhandelspreise auf dem Niveau von vor fünf Jahren. Der Markt verhält sich sehr volatil. Unsere Bezugskosten haben sich in diesem Jahr um 50 Prozent erhöht. Aus diesem Grund wurde es erforderlich, unsere Preise an die Entwicklungen anzupassen.

In unseren Heizkraftwerk Potsdam-Süd produzieren wir Strom und Wärme gleichzeitig in einem Arbeitsgang – nach dem effizienten und umweltschonenden Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Wie bereits erwähnt, sind die Kosten für den Brennstoff Gas stark gestiegen. Unsere Experten haben mittels einer vorausschauenden Gasbeschaffungsstrategie zu verschiedenen Zeitpunkten Gas an Großhandelsmarkt eingekauft. Durch diese Strategie konnten wir den Anstieg der Beschaffungskosten signifikant eindämmen – vermeiden lassen sich Preisanpassungen aber leider nicht.

Mieter der Potsdamer Wohnungsgesellschaften im Arbeitskreis „StadtSpuren“ und weitere Kunden, die einen Vertrag mit einem Festpreis bis zum 31. Dezember 2019 oder darüber hinaus geschlossen haben, sind davon nicht betroffen.

Die Energie und Wasser Potsdam (EWP) wird ihre Strom-, Erdgas- und Fernwärmepreise zum 01. Januar 2019 anheben. Auslöser für diesen Schritt sind vor allem die stark gestiegenen Großhandelspreise an den Energiebörsen.

Die deutlich gestiegenen Einkaufskosten bekommt die EWP nicht vollständig mit den bestehenden Konditionen abgedeckt. Gedämpft wird der Anstieg durch die leicht gesunkene EEG-Umlage beim Strom und nicht zuletzt durch die vorausschauende Beschaffungsstrategie des EWP Energieeinkaufs.

Für Potsdam produziert die EWP Strom bereits seit über 20 Jahren CO2-schonend im Heizkraftwerk Potsdam Süd. In diesem wird aus Erdgas mit einem Wirkungsgrad von rund 90 Prozent sehr effizient Strom und Fernwärme produziert. Dabei wird ca. 75 Prozent weniger CO2 emittiert als bei einem vergleichbaren Kohlekraftwerk. Das ist gut fürs Klima und das schon seit dem Jahr 1995. In den vergangenen 12 Monaten ist der Einkaufspreis an den Großhandelsmärkten für Erdgas um über 50 Prozent gestiegen. Gleiches ist am Großhandelsmarkt für Strom zu beobachten gewesen. Die Preise für CO2- sowie Ökostrom-Zertifikate schnellten ebenfalls 2018 in die Höhe.

Allein Steuern und Umlagen machen 54 Prozent des Arbeitspreises beim Strom aus. Weitere 19 Prozent sind für die Netzentgelte fällig und nur 27 Prozent der Kosten kann die EWP selbst beeinflussen. Die Netzentgelte im Strom bleiben stabil. Im Gasnetz steigen die Entgelte leicht um 0,038 Cent/kWh an. Eine leichte Entlastung kommt aus dem Kostenblock der Steuern, Umlagen und Abgaben. Hier stieg zwar die Offshore-Netzumlage an, jedoch reduzierte sich dafür die EEG-Umlage, so dass es hier in Summe zu einer Reduzierung der staatlichen Umlagen von 0,144 Cent/kWh kommt.

Die guten Nachrichten:
Die verbrauchsunabhängigen Grundpreise für Strom, Erdgas und Fernwärme bleiben stabil. Wer Energie einspart, wird dafür voll belohnt.
Beim Stromeinkauf verfolgt die EWP eine vorausschauende Einkaufsstrategie. Bedenkt man, dass in diesem Jahr allein die Strompreise an der Leipziger Börse um 2 Cent/kWh gestiegen sind, so steht die EWP mit einer Steigerung von 0,52 Cent/kWh (EWP Strom fix12) bis 0,86 Cent/kWh (Grundversorgung) ganz gut da. Ab November wird die EWP beginnen, Ihre Kunden über die bevorstehende Preisanpassung schriftlich zu informieren.
EWP-Geschäftsführer Ulf Altmann: „Als Potsdamer Unternehmen sind wir für unsere Kunden da. Transparenz und Offenheit sind uns wichtig.“
Was bedeutet die Preisanpassung im Einzelnen:

Strom:
Der Arbeitspreis für die Grundversorgung EWP Ström flex wird um 0,859 Cent/kWh von 29,044 Cent/kWh auf 29,903 Cent/kWh angehoben. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 2.400 kWh pro Jahr erhöhen sich die monatlichen Stromkosten um 1,72 Euro. Dies ist eine Mehrbelastung von 2,7 Prozent.

Erdgas:
Der Arbeitspreis für die Grundversorgung wird für alle 3 Mengenzonen einheitlich um 0,770 Cent/kWh erhöht. Ein Haushalt mit Gasetagenheizung mit einem jährlichen Verbrauch von 10.000 kWh pro Jahr muss mit Mehrkosten in Höhe von 6,42 Euro pro Monat rechnen. Eine Mehrbelastung von 11,4 Prozent. Ein Einfamilienhaus mit einem jährlichen Verbrauch von 25.000 kWh pro Jahr muss mit Mehrkosten in Höhe von 16,04 Euro pro Monat rechnen. Dies ist eine Mehrbelastung von 12,8 Prozent.

Fernwärme:
Der Arbeitspreis für private Fernwärmekunden wird um 6,414 Euro/MWh erhöht. Für die ca. 650 Kunden mit einem Verbrauch von durchschnittlich 18.000 kWh/Jahr bedeutet dies Mehrkosten in Höhe von 9,62 € pro Monat. Dies ist eine Mehrbelastung von rund 7 Prozent. Mieter der Potsdamer Wohnungsgesellschaften im Arbeitskreis „StadtSpuren“ und weitere Kunden, die einen Vertrag mit einem Festpreis bis zum 31.12.2019 oder darüber hinaus geschlossen haben, sind davon nicht betroffen.

Kundenservice

Mitarbeiter der Energie und Wasser Potsdam berät eine junge Frau im Kundenzentrum in der Wilhelmgalerie, © Katrin Paulus

Für die großen und kleinen Fragen sind wir mit Rat und Tat für Sie da. Unsere qualifizierten Mitarbeiter vor Ort helfen Ihnen gern. Sie erreichen uns von Montag bis Freitag zwischen 8.00 und 18.00 Uhr und am Samstag von 9.00 bis 14.00 Uhr.

Tel.
0800 - 661 30 00
Standort

Charlottenstraße 42
14467 Potsdam