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ÖPNV-Anbindung für den neuen Stadtteil Krampnitz: Aktueller Stand, nächste Schritte und neuer Zeitplan vorgestellt

Potsdam, den 28.05.2026

Das Mobilitätskonzept zur verkehrlichen Anbindung des entstehenden neuen Stadtteils Krampnitz mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) befindet sich in der Umsetzung. Ziel ist ein autoarmes Quartier, in dem der ÖPNV, aber auch ein dichtes Rad- und Fußwegenetz attraktive Alternativen zum eigenen Auto darstellen. Zentrale Maßnahme für die ÖPNV-Anbindung ist die Verlängerung der Tram 96 mit zweigleisigem Ausbau. Die Landeshauptstadt Potsdam und die ViP Verkehrsbetrieb Potsdam zogen heute eine Zwischenbilanz, informierten über das neue Planungsbüro und gaben einen Ausblick auf die aktualisierte Zeitplanung.

„Mit Krampnitz realisieren wir nicht nur das größte Stadtentwicklungsprojekt der Landeshauptstadt Potsdam und schaffen dringend benötigten Wohnraum. Wir wollen hier zugleich innovative und zukunftsfähige Antworten auf zentrale Zukunftsfragen geben – von klimaangepasster Stadtentwicklung über modernes Wohnen bis hin zu nachhaltiger Mobilität. Unser Ziel ist ein autoarmes Quartier, das auf dem Prinzip der Stadt der kurzen Wege basiert: mit einem engmaschigen Fuß- und Radwegenetz sowie einem leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr als attraktive Alternative zum eigenen Auto. Neben der bereits bestehenden Busanbindung kommt dabei insbesondere dem Ausbau der Tram 96 eine Schlüsselrolle zu“, sagt Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt.

Die ViP hat im Februar 2026 die Merkel Ingenieur Consult GmbH & Co. KG mit der Fortsetzung der Planungsarbeiten für die Trasse der Tram 96 beauftragt. Die Fortführung der Genehmigungsplanung wurde nach zwischenzeitlicher Unterbrechung im März 2026 wieder aufgenommen.

Folgende Fertigungsstellungstermine sind im aktualisierten Zeitplan für die Tram 96 vorgesehen:

• Bauabschnitt BA0 (zweigleisiger Tramausbau bis Campus Jungfernsee): erstes Quartal 2030,

• Bauabschnitt BA1 (zweigleisiger Tramausbau vom Campus Jungfernsee bis Krampitz-West): Mitte 2032 und

• Bauabschnitt BA2 (von Krampnitz-West bis Schule Fahrland): Mitte 2035.

Der Bereichsleiter Infrastruktur der ViP, Andreas Loesch, erläutert: „Die Verlängerung der Tram 96 ist aus technischer Sicht ein anspruchsvolles Infrastrukturvorhaben, bei dem zahlreiche Schnittstellen zwischen Planung, Genehmigung und späterem Betrieb eng aufeinander abgestimmt werden müssen. Wir arbeiten in einer schrittweisen Weiterentwicklung der Planungen an einer robusten und genehmigungsfähigen Lösung. Gleichzeitig berücksichtigen wir bereits heute die späteren betrieblichen Anforderungen, um einen zuverlässigen und leistungsfähigen Straßenbahnbetrieb in Krampnitz sicherzustellen.“

In den vergangenen zwei Jahren wurden für die geplante Verlängerung der Tramlinie 96 wichtige Schritte umgesetzt. Die beiden Planfeststellungsverfahren für den BA0 (Zweigleisigkeit in der Nedlitzer Straße) sowie BA1/BA2 (Straßenbahnerweiterung nach Krampnitz/Fahrland) befinden sich jeweils in einem fortgeschrittenen Stadium. Für den BA0 läuft das Verfahren seit März 2023 und den BA1 und BA2 seit Dezember 2023. Die nach der Auslegung und öffentlichen Beteiligung eingegangenen Stellungnahmen wurden und werden ausgewertet, möglicherweise in die weitere Planung integriert und für die Fortführung der Planfeststellungsverfahren bearbeitet.

Der Rahmenantrag zur Förderung aller geplanten Infrastrukturprojekte entlang der Tramlinie 96 nach Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) wurde im Juli 2025 durch die ViP gestellt. Eine Absichtserklärung vom Land Brandenburg zur Förderung liegt vor. Die Bewilligung für das Teilprojekt Friedrich-Ebert-Straße (Nord) wird noch in diesem Jahr erwartet. Die Landeshauptstadt Potsdam rechnet mit einer Kofinanzierung von bis zu 75 % über Bundesmittel und bis zu 15 % über Landesmittel.

Fortschritte gab es beim Grunderwerb: 77 Prozent der für die Trasse benötigen Flächen sind gesichert. Die Flächen für den Bauabschnitt BA0 sind vollständig gesichert. Der Austausch mit den Eigentümern zu den verbleibenden, für das Tramprojekt erforderlichen Grundstücken verläuft konstruktiv.

Der Fachbereichsleiter Mobilität und technische Infrastruktur der Landeshauptstadt Potsdam, Norman Niehoff, hob hervor: „Für alle Projektbeteiligten steht im Mittelpunkt, die Mobilität in Krampnitz zuverlässig, leistungsfähig und bedarfsgerecht zu entwickeln. Der Busverkehr zeigt bereits heute, wie flexibel sich das Angebot an die wachsende Nachfrage anpassen lässt. Gleichzeitig treiben wir die Planung der Tramverlängerung konsequent voran, um langfristig ein starkes Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs zu schaffen. Die Tram wird die bestehenden Verbindungen verstärken, sinnvoll ergänzen und die nachhaltige Mobilität in Krampnitz entscheidend stärken.“

Der bei Eröffnung des neuen Stadtteils am 4. August 2025 gestartete Busverkehr der ViP mit den Linien 609, 662 und N15 durch das neue Quartier hat sich bewährt und ist ein wesentlicher Baustein, um die Mobilität in Krampnitz frühzeitig sicherzustellen. Die gemeinsam von Havelbus und ViP betriebene Linie 662 bindet Krampnitz zusätzlich nach Norden an.

Die Linien und Takte im Busverkehr können mit wachsender Bevölkerung ausgebaut werden. Zum Beginn des neuen Schuljahres am 24. August 2026 wird der Fahrplan auf der Buslinie 638 angepasst: Die Linie verkehrt dann um 10 Minuten versetzt. Gemeinsam mit den Linien 609 und 662 ergibt sich dann ein 10-Minuten-Takt zwischen Campus Jungfernsee und Krampnitzer Tor bzw. Krampnitzsee.

Mit der Kombination aus Busverkehr und perspektivischem Tramausbau entsteht schrittweise ein leistungsfähiges, nachhaltiges Mobilitätssystem für den Potsdamer Norden – ausgerichtet auf die jeweils aktuellen Bedarfe und mit der klaren Perspektive eines finalen Ausbaus der Tram 96.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss des Planfeststellungsverfahrens sind die Bearbeitung der Eingaben und Stellungnahmen sowie die Fertigstellung der Genehmigungsplanung für die Straßenbahnverlängerung nach Krampnitz und Fahrland. Im Herbst 2026 sollen die optimierten Planfeststellungsunterlagen beim Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) eingereicht werden. Ziel ist die nahtlose Fortführung des Genehmigungsverfahrens, um Baurecht für das zukunftsweisende Infrastrukturprojekt zu schaffen.

Im Namen der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH

Ansprechpartner für Medienvertreter

Stefan Klotz

Pressesprecher

Tel.
0331 - 661 95 09
Mail
stefan.klotz@swp-potsdam.de

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