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„Damit Deutschland vorne bleibt“

Potsdam, den 12.09.2013

Am heutigen „Deutschlandtag des Nahverkehrs“ – einer konzertierten bundesweiten Aktion – wollen die deutschen Verkehrsunternehmen und -verbünde ein gemeinsames bundesweites Zeichen setzen und die Herausforderungen für die Infrastruktur des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vor Augen führen.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs sagte: „Die Kosten für die Unterhaltung der Gleisnetze, Investitionen in die Straßenbahn-Systeme und die Erneuerungen der Schienenfahrzeuge werden die finanzielle Leistungsfähigkeit der Bundesländer, der Kommunen und ihrer Verkehrsunternehmen schon bald deutlich übersteigen. Potsdam ist eine wachsende Stadt, dies bedeutet auch die Notwendigkeit eines Ausbaus der Infrastruktur, genauso wie die Instandhaltung der vorhandenen Anlagen. Potsdam ist somit kein Einzelfall, sondern steht für praktisch alle Nahverkehrsunternehmen bundesweit, die ähnliche Probleme lösen müssen.“

Die deutschlandweite Initiative wurde durch den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), zu dem die ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH gehört, initiiert und wird von deren Mitgliedsunternehmen, vom DGB, ver.di, dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sowie dem Hauptverband der deutschen Bauindustrie und der DEVK unterstützt. Um die Infrastrukturinitiative visuell bei den Bürgern und Bürgerinnen bekannt zu machen, haben nahezu alle teilnehmenden Verkehrsunternehmen eine Straßenbahn oder einen Bus mit dem Design der Initiative beklebt.

Die Teilnehmer wollen vermitteln, dass leistungsfähige Infrastrukturen für die Beförderung von Menschen, Gütern und Energie der Motor für eine erfolgreiche Wirtschaft und Basis für eine hohe Lebensqualität, Sicherheit und Wohlstand sind. Deutschland muss heute seine Infrastruktur sichern und ausbauen, um führende Wirtschaftsnation zu bleiben. Diese Schlüsselrolle wird jedoch in der Bundespolitik bislang nur unzureichend wahrgenommen. Ziel der Aktion ist es, das übergreifende Thema Infrastruktur an lokalen Beispielen ins kollektive Bewusstsein zu rufen.

Potsdams Bürgermeister und Beigeordneter für Zentrale Steuerung und Finanzen, Burkhard Exner, betonte: „Investitionen in die Infrastruktur sind in vielen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge nötig und entscheidend für die Zukunft. Dies betrifft die Bildungsinfrastruktur ebenso wie auch den ÖPNV, die Verkehrssysteme, die Straßen und vieles mehr. Dies muss als gesamtstaatliche Aufgabe begriffen werden. Hier muss sich der Bund maßgeblich engagieren.“

Der kaufmännische Geschäftsführer der ViP, Martin Grießner, sagte: „Deutschlands Infrastruktur steuert auf ein Kapazitäts- und Finanzierungsproblem zu. Vielerorts ist noch gar nicht erkannt worden, dass Deutschland ein Infrastrukturproblem hat. Allein die ViP wird in den nächsten 15 Jahren ca. 35 Mio. Euro in neue Linienbusse investieren müssen. Weitere Investitionen in Millionenhöhe sind bis 2020 notwendig für die Substanzerhaltung der gesamten Gleisinfrastruktur mit 59,6 Kilometern Streckengleislänge.“

Ein aktuelles und bisher gelungenes Infrastrukturprojekt ist das gemeinsame Bauvorhaben der Landeshauptstadt, EWP und ViP in der Friedrich-Ebert-Straße. Hier werden bereits 7 Mio € in den Erhalt der Infrastruktur in Potsdam investiert. In den vergangenen Jahren kam hier der Verkehr mehrfach völlig zum Erliegen, weil Wasserrohrbrüche die Straße überfluteten. Besonders problematisch: Die Rohre lagen unter den Straßenbahngleisen. So wurde jede Havarie durch Unterspülung der Gleise beinahe zur Katastrophe. Dennoch musste das Projekt auch aus Kostengründen mehrfach verschoben werden.

In Zukunft stehen noch weitere wichtige Infrastrukturmaßnahmen an: die Sanierung der Heinrich-Mann-Allee und der Um- bzw. Neubau der Wendeschleife am Hauptbahnhof.

Martin Grießner: „Der Streckenabschnitt zwischen dem Potsdamer Hauptbahnhof und der Haltestelle Waldstraße ist die am stärksten belastete Strecke im Straßenbahnnetz der ViP. Werktäglich verkehren hier über 270 Zugpaare. Entlang dieser Strecke wurden zuletzt 1992 die Gleise erneuert.“ Die bestehende Blockumfahrung (Wendeschleife) am Hauptbahnhof (Leipziger Eck) sei im Regelbetrieb wie im Havariefall unersetzlich. Ein Großteil dieser Blockumfahrung befindet sich auf straßenbündigem Bahnkörper, weswegen die Leistungsfähigkeit in den Hauptlastzeiten kaum noch gewährleistet werden kann. Ein Um- bzw. Neubau der bestehenden Situation sei für den Straßenbahnbetrieb unerlässlich. „Die Finanzierung dieser künftigen Bauvorhaben ist jedoch noch nicht geklärt.“, sagte Grießner.

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