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Bewusste nachfrageorientierte Angebotsanpassung im Nahverkehr

Potsdam, den 19.01.2015

Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 gab es zahlreiche Veränderungen im Busnetz der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH. In der Folge wurde in den vergangenen Wochen wiederholt Kritik an der Anbindung des Nordens von Babelsberg geäußert, zu der der Auftraggeber, die Landeshauptstadt Potsdam, sowie die ViP, heute gemeinsam Stellung nehmen.

Hintergrund der konkreten Veränderungen im Angebot ist, dass sich die Landeshauptstadt Potsdam und das Mobilitätsverhalten ihrer Bewohner verändert. Zwar wächst die Stadt insgesamt, gerade Stadtteile, wie die nördliche Innenstadt, das Bornstedter Feld oder Fahrland, weisen seit Jahren ein dynamisches Wachstum auf aber es gibt auch Stadtteile mit einer gegenläufigen Bewegung wozu auch der Norden Babelsberg zählt.

In diesem Stadtteil hat die Nachfrage beim ÖPNV in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Dieser Bereich Babelsbergs hat sich in den vergangenen Jahren strukturell deutlich gewandelt. Die Filmhochschule ist bereits vor vielen Jahren innerhalb Babelsbergs umgezogen, der Universitätskomplex im Babelsberger Park wurde weitestgehend aufgegeben. Von den ehemals vier Wohnheimen wird nur noch eines von ca. 170 Studenten bewohnt.

Diese Aspekte waren der Ausgangspunkt, das ÖPNV-Angebotskonzept anzupassen und dem Bedarf entsprechend anzupassen. Durch die Landeshauptstadt Potsdam als Aufgabenträger des ÖPNV wurde daher im Zusammenhang mit der Überarbeitung des Nahverkehrsplanes Potsdam eine Untersuchung zum Busliniennetz beauftragt. Sie erfolgte durch das externe Planungsbüro Spreeplan und hatte zum Ziel, unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen und kapazitiven Ressourcen die Linienführungen und das Fahrplanangebot weiter der wachsenden und sich verändernden Nachfrage anzupassen.

Im Ergebnis war eine Angleichung des Angebotes in Babelsberg-Nord aufgrund der veränderten Nachfragestruktur und Fahrgastzahlen geboten. Bei der Entscheidung wurden die Belange von Beschäftigten, Studenten, in ihrer Mobilität eingeschränkter Kunden und Touristen gleichermaßen berücksichtigt und in den Abwägungsprozess mit einbezogen.

Die Buslinie 694 verkehrt nunmehr entsprechend der größeren Nachfrage auf kürzerem Weg durch Babelsberg. Mit der Weiterführung nach Küsselstraße konnte darüber hinaus eine Verbindung zwischen den Standorten des Oberlinhauses geschaffen und der unwirtschaftliche Parallelverkehr dreier Buslinien in der Friedrich-Engels-Straße vermieden werden. Mit der neuen Buslinie 616 ist zudem eine Lücke im ÖPNV-Angebot im Bereich der Stahnsdorfer Straße und dem Kulturzentrum Lindenpark geschlossen worden.

Der Bereich Babelsberg-Nord wird neu von der Stadtteillinie 616 erschlossen. Sie übernimmt zwischen Rathaus Babelsberg und Plantagenstr. die Linienführung der ehem. Buslinie 694. Der Bus 616 verkehrt Montag bis Freitag im Tagesverkehr von ca. 5.00 Uhr bis gegen 22.00 Uhr alle 40 Minuten, danach bis gegen 1.00 Uhr sowie Samstag und Sonntag von ca. 6.00 bis 1.00 Uhr im 60-Minuten-Takt.

Grundgedanke des Angebotskonzeptes ist, dass die Linie in beiden Richtungen fährt und somit gegenläufig über Rathaus Babelsberg bzw. über Plantagenstr. genutzt werden kann. Dort bestehen dann jeweils Anschlüsse zu den Straßenbahn- und Buslinien. Damit ergeben sich Montag bis Freitag im Tagesverkehr effektiv zwei Abfahrtsmöglichkeiten innerhalb von 40 Minuten (ca. alle 25-15 Minuten). Um die jeweils optimale Fahrverbindung zu finden, empfiehlt die ViP die Nutzung der fahrinfo.app oder der elektronischen Fahrplanauskunft.

Die ViP-Geschäftsführer Martin Grießner und Oliver Glaser betonten: „Nach jedem Fahrplanwechsel mit Linienänderungen und Taktanpassungen müssen wir die langfristige Entwicklung beobachten. Selbstverständlich nehmen wir dabei die Anregungen und Kritik unserer Kunden sehr ernst. Die Linie 616 stellt nach vielen Jahren mit der 694 eine deutliche Änderung dar und wir können verstehen, dass der Verlust einer bekannten Taktung und Linienführung zu Verunsicherung und zu Verärgerung führen kann. Darum werden wir Gespräche bezüglich der ersten Erfahrungen mit dem neuen Fahrplan, beispielsweise mit betroffenen Institutionen, führen. Wir haben natürlich Verständnis für den Wunsch, die Fahrverbindung so beizubehalten, wie sie bis zum Fahrplanwechsel bestanden hat. Es gehört zu unserer Unternehmensphilosophie, attraktive Fahrmöglichkeiten mit dichten Fahrplantakten anzubieten. Andererseits sind wir zu einer wirtschaftlichen Betriebsführung verpflichtet, diese ist angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen unerlässlich.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende der ViP, Bürgermeister Burkhard Exner, sagte: "Der Fahrplanwechsel orientiert sich an den sich verändernden Fahrgastzahlen auf den einzelnen Strecken. Hierbei geht es immer um schwierige Abwägungsprozesse. Einerseits müssen wir die messbare Nachfrage und finanzielle Möglichkeiten im Blick haben und anderseits wollen wir bestmöglich den individuellen Kundenwunsch erfüllen. Wir versuchen, diesen Spagat im Sinne der Kunden zu meistern und möglichst viele Wünsche zu erfüllen. Aber nicht alles ist sofort machbar. Jeder veränderte Fahrplan wird natürlich weiter überprüft und gegebenenfalls nochmal nachjustiert."

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