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Neuer Haltestellen-Typ wird erprobt

Potsdam, den 06.09.2011

Als letzter Abschnitt des Tram-Netzes hat in den vergangenen Monaten die rund 870 Meter lange Strecke zwischen der Mangerstraße und dem Wendedreieck an der Glienicker Brücke zeitgemäße Gleisanlagen erhalten. Die Betonplatten aus den frühen 1980er Jahren wurden durch eine moderne Trasse ersetzt, die den Lärm und die Erschütterungen deutlich reduziert.

Vor allem die Fahrgäste profitieren von der Gleiserneuerung. Die Haltestellen in dem Abschnitt wurden verbreitert und behindertengerecht gestaltet. Die stadteinwärtigen Haltestellen waren für Kinderwagen und Rollis bisher sehr schmal. Dies wurde in der Vergangenheit seitens der Fahrgäste bemängelt. Da aber auch die Fahrbahnbreite den Anforderungen ¿ hier konkret an eine Bundesstraße ¿ gerecht werden muss, wurden die Haltestellen Mangerstraße und Ludwig-Richter-Straße erstmals in Potsdam zu überfahrbaren so genannten ¿Kaps¿ umgebaut:

Der Wartebereich für die Fahrgäste liegt am Fahrbahnrand und nicht im unmittelbaren Bereich des Gleises. Fährt die Tram in den Haltestellenbereich ein, überqueren die Fahrgäste den Fahrbahnbereich zum Betreten oder Verlassen der Tram. Um dies nun auch Rollstuhlfahrern zu ermöglichen, wurde die Fahrbahn im Bereich der Haltestelle bis auf das Einstiegsniveau der Niederflurbahnen angehoben. Die entstandene Rampe ist jedoch für die Autos weniger steil als bei verkehrsberuhigten Stellen im Straßennetz.

Wenn sich diese Haltestellenbauweise bewährt, kann sie auch an anderen Stellen in der Stadt ¿ zum Beispiel entlang der Friedrich-Ebert-Straße ¿ eingesetzt werden. Die Kosten liegen gegenüber denen für andere Haltestellen in einem vergleichbaren Rahmen.

Die Regeln für die übrigen Verkehrsteilnehmer sind in § 20 der StVO geregelt:

¿(1) An Omnibussen des Linienverkehrs, an Straßenbahnen und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Verkehrszeichen 224) halten, darf, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbeigefahren werden.

(2) Wenn Fahrgäste ein- und aussteigen, darf rechts nur in Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Sie dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss der Fahrzeugführer warten.¿

Die Bauarbeiten sind mit der Stadt Potsdam, dem Behindertenbeauftragten und der Straßenverkehrsbehörde abgestimmt. Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatte im April für die Sanierung und Modernisierung der Tram-Trasse in der Berliner Straße einen Fördermittelbescheid in Höhe von insgesamt 3,6 Millionen Euro übergeben. Die Bevölkerung wurde über die Baumaßnahmen durch die Presse, im Anwohnerbereich per Hauswurfsendungen und eine Bürgerversammlung informiert. Die Wartehallen und DFI-Displays werden bis Ende September aufgebaut. Bis dahin ist ein provisorischer Haltestellenbereich eingerichtet.

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