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Spurenstoffe

Trinkwasserüberwachung auf Spurenstoffe

Das Potsdamer Trinkwasser wird regelmäßig gemäß der deutschen Trinkwasserverordnung untersucht. Die dort vorgegebenen Grenzwerte werden deutlich unterschritten. Die Pflichtuntersuchungen erfolgen nah bei den Kunden an Probenstellen im Trinkwassernetz. Zusätzlich lässt die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) regelmäßig zahlreiche Beprobungen in den Grundwasserfassungsgebieten und in den Wasserwerken durchführen. Die Ergebnisse werden laufend ausgewertet und sofern kritische Befunde auftreten, werden diese dem Gesundheitsamt gemeldet.

Neben den traditionellen Parametern sind in den letzten Jahren auch diverse Spurenstoffe in das Beprobungsprogramm aufgenommen worden. Grundlage der Parameterauswahl ist eine Liste der Brandenburger Landesbehörden bezüglich der prioritär zu untersuchenden Pflanzenschutzmittel und Arzneimittelwirkstoffe. Der Mensch hinterlässt Spuren im Wasserkreislauf - Spurenstoffe werden über den Abwasserpfad oder Abschwemmungen von Oberflächen in den Kreislauf eingetragen. Der Begriff Spurenstoff zeigt dabei, dass nur „Spuren“ bestimmter Stoffe im Wasser zu finden sind, also extrem geringe Konzentrationen im Mikro- und Nanogrammbereich.

Die Überwachung der Beschaffenheit der Oberflächengewässer erfolgt durch das Landesamt für Umwelt Brandenburg. Besonders in der Umwelt beständige (persistente) Stoffe finden sich teils in ähnlichen Konzentrationen im Grundwasser wie im Oberflächenwasser, wobei sich die einzelnen Stoffe in der Untergrundpassage unterschiedlich verhalten. Trinkwasserbrunnen können bei einem erhöhten Uferfiltratanteil betroffen sein, also wenn beispielsweise Wasser von der Havel ins Grundwasser dringt.

Häufige Beprobung erhöht Sicherheit

In Potsdam weist das Wasserwerk Nedlitz, welches die nördlichen Ortsteile versorgt, einen deutlichen Uferfiltratanteil im Förderwasser auf. Hier werden vorsorgend die häufigsten Beprobungen auf Spurenstoffe durchgeführt. Die meisten untersuchten Einzelparameter liegen unter oder nur knapp über der Nachweisgrenze.

In den letzten Monaten wurde der Spurenstoff Valsartansäure auffällig, so dass das Gesundheitsamt Potsdam eine erhöhte Beprobungsfrequenz und weitere Recherchen veranlasst hat. Die Potsdamer Amtsärztin Fr. Dr. Böhm betont aber, dass „die bisherigen Befunde keine Gefährdung der Gesundheit der Potsdamer Bevölkerung bedeuten“. Die EWP und das Gesundheitsamt beobachten die Entwicklung und stimmen betriebliche Maßnahmen untereinander ab.

Valsartansäure ist ein Abbauprodukt (Arzneimittelmetabolit) des Arzneistoffs Valsartan, welcher als Blutdrucksenker eingesetzt wird, aber nur teilweise vom Körper umgesetzt und daher zum großen Teil über die Toilette in das Abwasser abgegeben wird. In den konventionellen Kläranlagen kann der Stoff noch nicht vollständig entfernt werden. Hierfür werden die Berliner Kläranlagen in den kommenden Jahren mit spezieller Technik ausgerüstet. Darunter sind auch diejenigen Anlagen, die ihr gereinigtes Wasser in die nach Potsdam fließende Havel abgeben.

Die EWP optimiert die Brunnenfahrweise, verstärkt die Überwachung von Spurenstoffen und intensiviert diesbezüglich die Zusammenarbeit mit den Brandenburger und Berliner Landesbehörden, die kürzlich eine gemeinsame „Spurenstoffstrategie“ veröffentlicht haben. In Abhängigkeit der weiteren Entwicklung wird geprüft, ob eine zusätzliche Aufbereitungsstufe im Wasserwerk Nedlitz notwendig wird.

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Portrait der Expertin Wassermanagement Frau Schubert, © Katrin Paulus

Luise Schubert

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Detaillierte Analysenübersicht der Potsdamer Wasserwerke

Prüfparameter Grenzwert Maßeinheit Wasserwerke (Beprobung: Werksausgang)
Trinkwasser-VO 2001