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Erdwärme für Potsdam

Zukunftssicher heizen mit Geothermie

Unsere Fernwärme wird grün!

Klimaschutz ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit und auch wir arbeiten weiter mit daran, Potsdam klimaneutral zu machen: Bis 2050 wollen wir die Emissionen durch Treibhausgase um 95 % reduzieren. Dafür wollen wir als nächstes eine grüne Wärmewende in unserer Region einläuten und dabei zu einem Vorreiter in Deutschland werden.

Geothermie ist eine der umweltfreundlichsten Arten, Energie zu erzeugen. Diese Wärme aus dem Erdinneren wird uns in Zukunft dabei helfen, die Bürgerinnen und Bürger in der Region zuverlässig und günstig mit Fernwärme zu versorgen und gleichzeitig weiter CO2-Emmissionen zu reduzieren.

Schon heute ist unsere Fernwärme besonders klimaschonend. Im Folgenden erklären wir, wie wir mit Geothermie die Energiewende in Potsdam noch weiter voranbringen.

Daten und Fakten

Bildbeschreibung
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Fernwärme aus der Tiefe

Je tiefer man bohrt, um so höher werden die Temperaturen. Wie machen wie die Wärmeenergie unter Potsdam nutzbar?

Das Prinzip ist denkbar einfach: Mit zwei Bohrungen wird ein Thermalwasserkreislauf hergestellt. Die erste Bohrung ist die sogenannte Förderbohrung. Durch sie pumpen wir warmes Thermalwasser aus der Tiefe an die Erdoberfläche und leiten es über einen Wärmetauscher. Die so gewonnene Wärme speisen wir in unser Fernwärmenetz ein.

Während dieses Prozesses kühlt das Thermalwasser ab. Die zweite Bohrung ist die „Injektionsbohrung“. Durch sie „injizieren“ wir das abgekühlte Wasser zurück in die Schicht, aus der wir es entnommen haben. Dort erwärmt es sich wieder, es entsteht ein Kreislauf.

Welche Arten von Geothermie gibt es?

Wärme aus den oberen Erd- und Gesteinsschichten bis 400 Meter Tiefe oder aus dem Grundwasser wird zum Heizen oder Kühlen verwendet.

Energie wird aus Erd- und Gesteinsschichten oder Wasserreservoirs ab 400 Metern Tiefe gewonnen.

Reservoire mit Thermalwässern werden zur Energiegewinnung angezapft.

Wasser wird durch heißes Tiefengestein ohne zirkulierendes Thermalwässer geleitet.

Was passiert bei der Bohrung?

Im Betrieb stellt ein Erdwärmeheizwerk vergleichsweise wenig Ansprüche. Technisch anspruchsvoll ist aber die Bohrphase.

Der Bohrplatz für die beiden Bohrlöcher wird eine Größe von ca. 3.000 Quadratmeter haben, der Bohrturm ist über 12 Meter hoch. Nach dem Ende der Bohrungen wird der Turm wieder abgebaut, das Heizkwerk selbst wird einen sehr viel geringeren Platzbedarf haben.

Der Antrieb des Bohrers ist elektrisch, zusätzlich errichten wir während der Bohrphase Schallschutzwände. Für jedes der beiden Bohrlöcher planen wir mit einer dreimonatigen Bohrphase, insgesamt soll die Bohrung inklusive Vor- und Nachbereitung bis Anfang 2023 abgeschlossen sein.

Die Bohrung erfolgt in einzelnen Sektionen, die Sektionen nahe der Oberfläche werden mit Stahlrohren ausgebaut und fest einzementiert. Wir rechnen damit, dass wir mit den beiden Bohrlöchern etwa 50 Jahre lang klimaneutral Fernwärme für Potsdam gewinnen können.

Bildbeschreibung
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Echos aus der Tiefe

Vor der ersten Bohrung haben wir uns die Tiefe unter Potsdam noch einmal ganz genau angesehen – oder besser: angehört.

In welcher Tiefe genau wir auf Thermalwasser stoßen und mit welcher Temperatur wir rechnen können, wollten wir vor der Bohrung noch einmal ganz genau untersuchen. Dafür „lauschten“ wir in die Tiefe: Mithilfe der sogenannten Vibro-Seismik haben wir den Untergrund ähnlich wie mit einem Echolot untersucht.

Dazu haben wir entlang vorher festgelegter Linien auf Straßen und Wegen Schwingungen in die Tiefe gesendet. Die Schwingungen werden an Schichtgrenzen unter der Erde reflektiert und erzeugen so ein Echo. Spezielle Mikrofone entlang der Linien, sogenannte Geophone, zeichnen die Echos auf. So können wir sehen, in welchen Tiefen sich welche Schichten befinden.

Die Schwingungen für die Messungen kommen von speziellen Fahrzeugen, die im Konvoi die Linien abfahren. Der Konvoi besteht aus zwei Vibro-Fahrzeugen und zwei Pick-ups, die als Sicherungsfahrzeuge vorne und hinten fahren.

Etwa alle 40 Meter hält der Konvoi an, die Fahrzeuge setzen Schwingungsplatten auf den Untergrund und vibrieren bis zu sechs Mal für 16 Sekunden. In unmittelbarer Nähe der Fahrzeuge sind die Schwingungen zu spüren, Gefahr für anliegende Gebäude besteht aber nicht.

GFZ: Expertise made in Potsdam

Beim Erschließen der Erdwärme haben wir die Unterstützung von international anerkannten Experten – von gleich nebenan.

Das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum, kurz GFZ, ist das nationale Forschungszentrum für Geowissenschaften in Deutschland. Geowissenschaften haben in Potsdam eine lange Tradition: Schon im 19. Jahrhundert gab es auf dem Telegrafenberg eine Forschungseinrichtung mit weltweitem Renommee.

Auch heute gehört das GFZ zur Weltspitze der Geowissenschaften. In zahlreichen Geoenergieprojekten konnten die Experten des GFZ bereits Erfahrungen sammeln. Jetzt unterstützen sie uns beim Erschließen der Erdwärme unter Potsdam.

Der Weg zur Wärmewende

Das Ziel ist klar: Potsdam will bis 2050 Emissionen durch Treibhausgase um 95 Prozent reduzieren. Deshalb stellen wir heute schon die Weichen für eine noch klimaschonendere Wärmeversorgung der Zukunft.

Seismische Erkundung

Geothermische Analyse

Mittels Vibro-Seismiktechnik werden Schwingungen in die Tiefe gesendet. Aus den gewonnenen Daten können Potenziale für die geothermische Nutzung ermittelt werden.

Fragen zur Erdwärme in Potsdam?

Portrait von Herrn Gerstenberg

Wollen Sie mehr über Tiefengeothermie und die grüne Wärmewende in unserer Region wissen? Unser Ansprechpartner Herr Andre Gerstenberg steht Ihnen gerne zur Verfügung.

Tel.
0331 - 661 21 62
Mail
andre.gerstenberg@ewp-potsdam.de
Standort

Steinstraße 101
14480 Potsdam

Wissenswertes rund um Geothermie

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