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EWP legt Entwurf für Energiekonzept "Strategie EWP 2020" vor

Potsdam, den 23.05.2012

Die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) hat ein Konzept für die Zukunft der Energieversorgung in Potsdam bis 2020 vorgelegt. Es enthält Maßnahmen zum Klimaschutz, insbesondere zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen. So sollen z. B. die erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit und Preisstabilität soll auch weiterhin durch kostengünstige Eigenerzeugung gesichert werden. Darüber hinaus sind weiterhin Maßnahmen zum Ausbau der Produktpalette geplant.

Oberbürgermeister Jann Jakobs begrüßte die Initiative der EWP: "Die Landeshauptstadt Potsdam hat sich anspruchsvolle umweltpolitische Ziele gesetzt wie die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen um 20 Prozent bis zum Jahr 2020. Dabei spielt das Konzept der EWP eine ganz wichtige Rolle."

Die EWP-Geschäftsführer Wilfried Böhme und Holger Neumann erläuterten dazu: "Die EWP hat in den vergangenen 16 Jahren durch die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung auf Erdgasbasis in großem Stil wichtige Leistungen für den Klimaschutz in Potsdam erbracht. Auf das Erreichte können wir stolz sein. Wir werden uns darauf aber definitiv nicht ausruhen, denn die Geschwindigkeit des weltweiten Klimawandels hat sich verschärft. Die STADTWERKE arbeiten seit 2008 als Gründungsmitglied im Klimaschutzrat aktiv an der Umsetzung des 'Integrierten Klimaschutzkonzeptes' für Potsdam mit. Das Energiekonzept der EWP ist dabei das wichtigste Teilkonzept."

Das "Integrierte Klimaschutzkonzept der Landeshauptstadt Potsdam 2010 bis 2020" sieht bis zum Jahr 2020 ein theoretisches CO2-Einsparpotenzial von 284.000 t pro Jahr vor. Der Teilbereich Energie wird mit 167.063 t pro Jahr bis 2020 beziffert, davon beträgt die Quote der EWP 156.600 t pro Jahr. Bezogen auf den Maßnahmenkatalog des Klimaschutzkonzeptes entfallen somit auf die EWP ca. 55 % des möglichen CO2-Einsparpotenzials des Gesamtkonzeptes.

Nach der strategischen Grundsatzentscheidung, die Braunkohle als Energieträger durch umweltfreundliches Erdgas zu ersetzen, konnte ein Meilenstein für den kommunalen Klimaschutz in Potsdam erreicht werden. Durch die Inbetriebnahme des Heizkraftwerkes Süd im Jahr 1995 wurde eine CO2-Reduzierung um 74% gegenüber 1987 erreicht. Während durch die Strom- und Wärmeproduktion für Potsdam im Jahre 1987 noch 1.750.000 t CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen wurden, waren es 1997 nur noch 460.000 t.

"Mit dem nun vorgelegten, neuen Konzept 'Strategie EWP 2020' setzen wir unsere erfolgreiche Linie konsequent fort und entwickeln unseren Energiemix weiter. Neben dem vorhandenen Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung hat die Verdrängung von Atomstrom durch Erneuerbare Energien eine steigende Bedeutung erlangt.", betonte die EWP-Geschäftsführung.

Das neue Energiekonzept der EWP berücksichtigt zahlreiche Rahmenbedingungen. Dazu zählt vor allem der prognostizierte Anstieg der Einwohnerzahl bis zum Jahr 2030 auf ca. 187.000 Einwohner/innen. Dadurch muss von einem erheblich steigenden Gesamtenergieverbrauch bei Wärme und Strom ausgegangen werden. Sich verändernde energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen wie die weitere Liberalisierung der Energiemärkte (Strom und Gas), allgemein steigende Primärenergiepreise, Schwankungen der steigenden Stromeinspeisung aus EEG-Anlagen und steigende CO2-Kosten beim Emissionshandel zählen ebenfalls dazu.

Der erste zentrale Baustein im EWP-Konzept ist der Zukauf von umweltfreundlichem Strom aus Wasserkraft. Möglich wurde dies durch eine Kooperation mit der österreichischen "Verbund Austrian Hydro Power AG". Somit ist im Strommix der EWP kein Strom aus Kohle und Atomkraft mehr enthalten. Mit diesem verstärkten Einsatz von grünem Strom wird eine Einsparung von ca. 37.000 t CO2-Emissionen pro Jahr erreicht.

Der zweite zentrale Baustein ist eine verstärkte Energieeigenerzeugung durch "Grüne Projekte" in Potsdam: Mögliche Maßnahmen sind die Errichtung von oberirdischen Wärmespeichern und solchen im Erdraum, der Bau eines Holzhackschnitzel-Heizkraftwerkes (HHKW), die Errichtung weiterer Photovoltaikanlagen gemeinsam mit dem KIS für drei weitere Schulen sowie einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Feuerwehrgebäudes, der Bau von Nahwärmeinseln mit Blockheizkraftwerken auf Basis von Biogas, die Weiterentwicklung des Geschäftsfeldes "Kälte aus Fernwärme" sowie der Bau eines Blockheizkraftwerkes in der Kläranlage Nord. Auch eine Beteiligung an Onshore-Windkraftanlagen ist geplant. Alle Maßnahmen ergäben eine mögliche CO2-Minderung pro Jahr von ca. 65.349 t.

Um das Gesamtziel an Kohlenstoffeinsparung in Potsdam erreichen zu können ist auch die Erweiterung und Verdichtung des Fernwärmenetzes als dritter zentraler Baustein vorgesehen. Bei diesem Baustein werden die Wohnungsgesellschaften und die privaten Bauherren als Fernwärmekunden unverzichtbare Partner bei der Umsetzung sein. Zu den geplanten Maßnahmen zählen weiterhin die Errichtung von Nahwärmeinseln und die Einbindung kleiner Gas- und Dampfkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung (KraftGuD/KWK-Anlagen) in das Fernwärmenetz. Ergebnis der geplanten Maßnahmen: Mögliche CO2-Minderung pro Jahr von bis zu 68.000 t.

Das Konzept "Strategie EWP 2020" ist durch den Aufsichtsrat der EWP bestätigt worden. Es ist ein wesentlicher Beitrag zur Erfüllung des "Integrierten Klimaschutzkonzeptes der Landeshauptstadt Potsdam" und wird demnächst auch im Potsdamer Klimarat vorgestellt. Bis zur Herbstsitzung des EWP-Aufsichtsrates sollen die einzelnen Projekte auf ihre Wirtschaftlichkeit untersetzt und zur Beschlussfassung vorgelegt werden. "Nachhaltige Projekte funktionieren nur, wenn Ökologie und Ökonomie in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen.", so die Geschäftsführung.

Bei der Finanzierung der "grünen" Projekte in Potsdam wird die EWP ebenfalls neue Wege beschreiten. In Anlehnung an die bei einigen Stadtwerken, bereits erfolgreich praktizierten Bürgerfonds bereitet die EWP derzeit ein eigenes Instrument zur finanziellen Beteiligung der Potsdamerinnen und Potsdamer an EWP-Projekten der ökologischen Energieerzeugung vor: den Kundenfonds. Neben dem finanziellen Anreiz würde ein solcher Fonds das Interesse der EWP-Kundinnen und -Kunden am Klimaschutz weiter erhöhen und das Produktpalette speziell mit Potsdamern und regionalen Energieprodukten erweitern.

Eine inhaltliche Beteiligung der Kundinnen und Kunden wird auch durch die Einbindung des Anfang des Jahres gegründeten EWP-Kundenbeirates gewährleistet. Außerdem sind Bürgerversammlungen im Rahmen der Planung der grünen Projekte vorgesehen.

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