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Hintergründe zur Trinkwasser-Situation in Babelsberg

Potsdam, den 22.07.2011

Am 13. Juli 2011 wurde ein Trinkwasser-Abkochgebot für Teile Babelsberg herausgegeben. Seitdem werden durch die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) umfangreiche Beprobungen und Spülungen des Netzes durchgeführt. Die derzeitige Situation, dass immer noch Keime im Babelsberger Trinkwasser gefunden werden, erklärt sich wie folgt:

Hintergründe zum Thema Keime:

Die festgestellten Keime können eine Lebensdauer von mehreren Wochen haben. Deshalb können zwangsläufig auch eine Woche nach Beginn der Maßnahme belastete Befunde auftreten. Es handelt sich bisher immer um niedrige Keimzahlen, meist im einstelligen Bereich. Die deutsche Trinkwasserverordnung, eine der strengsten weltweit, schreibt einen Grenzwert von 0 Keimen pro 100 Milliliter vor. Eine Freigabe erfolgt deshalb erst, wenn an mehreren Tagen hintereinander dieser Wert an allen Probeentnahmepunkten des betroffenen Netzes bei 0 liegt. Dies ist bisher nicht der Fall. Derzeit werden täglich an ca. 20 Stellen Proben genommen, deren verbindliche Befunde jeweils 48 Stunden später vorliegen.

Außerdem wird nach wie vor turnusgemäß im gesamten übrigen Stadtgebiet das Trinkwasser beprobt. Bei all diesen Proben gab es keine belasteten Befunde.

Hintergründe zum Thema Spülungen:

Spülungen haben den Zweck, durch einen Wasserdurchfluss mit hoher Geschwindigkeit die Keime auszuspülen. Spülung bedeutet, dass an mehreren Stellen des Leitungsnetzes zusätzlich Wasser hineingedrückt wird, das am anderen Ende der Leitungen an einem Hydranten wieder austritt. Es wird in die Regenwasserkanalisation oder in die Abwasserkanalisation geleitet.

Die Erfolgsquote von Rohrnetzspülungen hängt vor allem auch vom Zustand der Rohre ab. Durch übliche Ablagerungen (Eisen und Mangan, beides ist in einem Rohrnetz vorhanden und nicht gesundheitsschädlich) ist der Rohrquerschnitt nicht mehr glatt, so dass einzelne Keime hängen bleiben können. Diese lassen sich nur durch mehrmaliges Spülen beseitigen. Die Spülungen erfolgen ausgehend vom Hochbehälter Brauhausberg in Richtung Babelsberg. Somit liegen die Ausläufe vor allem am Ende von Babelsberg und mögliche Keime werden dorthin geschwemmt.

Auch in der Stahnsdorfer Straße ("Studentendorf") wurde ein derartiger Auslauf (geöffneter Hydrant) eingerichtet. Die Rohre wurden so geschlossen ("abgeschiebert"), dass das Spülwasser nicht in andere abfließen kann. In diesem Bereich befindet sich auch eine Probeentnahmestelle. In der Stahnsdorfer Straße wurde ein Befund (auch mit niedrigen Keimzahlen) am 20. Juli 2011 festgestellt, der zum Abkochgebot für den Bereich "Studentendorf" geführt hat.

Die Nutzung von Chlor hält sich die EWP als Option offen, wenn durch die Spülmaßnahmen keine Verbesserungen eintreten.

Hintergründe zum Thema Hochbehälter:

Der Behälter am Brauhausberg gehört zum Rohrnetz. Hochbehälter sind vergleichbar mit Wassertürmen und dienen der Aufrechterhaltung des Wasserdruckes sowie als Reserve bei hohen Verbrauchssituationen, z.B. in Hitzeperioden. Eine der zwei Kammern des Hochbehälters Brauhausberg wird seit April 2011 im Rahmen des regulären Investitionsprogramms saniert. Die derzeitige Wetterlage und die Urlaubszeit sorgen dafür, dass die EWP trotz Außerbetriebnahme des gesamten Hochbehälters keine Kapazitätsprobleme bei der Trinkwasserversorgung hat.

Von der zweiten Kammer im Hochbehälter auf dem Brauhausberg wurde bis zu deren Stilllegung am 13. Juli 2011 Trinkwasser über eine Transportleitung nach Babelsberg geliefert. Durch Schieberstellungen im Leitungsnetz kann festgelegt werden, welche Bereiche des Netzes von welchem Wasserwerk versorgt werden. Dabei spielt die regionale Lage eine Rolle. Die Waldstadt beispielsweise wird von den Wasserwerken Rehbrücke und Ferch beliefert.

Hintergründe zum Thema Starkregen und Baustellen:

Da das Trinkwasserrohrnetz permanent unter Druck steht, kann Regenwasser auch an Hydranten oder möglichen Schadstellen nicht ins Netz eindringen. Der Hochbehälter Brauhausberg ist außer Betrieb und vom Netz getrennt. Trinkwasserbrunnen, die in überschwemmungsgefährdeten Gebieten (z.B. an der Havel) liegen, sind hochwasserdicht gebaut (nach Überschwemmungen werden trotzdem Kontrollbeprobungen durchgeführt). Rohrnetzbaustellen sind vom Netz getrennt und werden vor Inbetriebnahme so lange beprobt, bis die Keimzahl bei 0 liegt.

Welche Straßen sind betroffen:

Seit 13. Juli 2011:
August-Bier-Straße, Baldurstraße, Behringstraße, Domstraße, Donarstraße, Espengrundstraße, Fontanestraße, Freiligrathstraße, Gertrud-Droste-Platz, Goetheplatz, Goethestraße, Heinestraße, Herderstraße, Hermann-Maaß-Straße, Herthastraße, Johann-Strauß-Platz, Johann-Strauß-Straße, Karl-Marx-Straße, Klopstockstraße, Körnerweg, Lessingstraße, Luxemburgstraße, Otto-Erich-Straße, Plantagenplatz, Plantagenstraße, Reuterstraße, Robert-Koch-Straße, Rudolf-Breitscheid-Straße, Sauerbruchstraße, Scheffelstraße, Uhlandstraße, Virchowstraße

Zusätzlich seit 20. Juli 2011:
Bereich zwischen August-Bebel-Straße (Stahnsdorfer Straße bis Rudolf-Breitscheid-Straße) und nördlich der Stahnsdorfer Straße (August-Bebel-Straße bis S-Bahn) sowie inklusive Gelände Uni Potsdam (Studentendorf)

In den betroffenen Gebieten wurden Handzettel verteilt.

Wie geht es weiter:

Das Abkochgebot bleibt bis zum Vorliegen von bakteriologisch einwandfreien Trinkwasserbefunden bestehen. Die Spülungen werden fortgesetzt. Das Abkochgebot wird erst dann beendet, wenn an mehreren aufeinander folgenden Tagen keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden.

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